Die Personalakte

Zusammengestellt von Bernhard Stiedl (Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss)

   » Hier können Sie die Broschüre "Informationen aus dem Arbeits- 
        recht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer" bestellen

 

Inhaltsverzeichnis

Inhalt der Personalakte

Schutz vor Einsichtnahme Dritter

Einsichtsrecht des Arbeitnehmers

Berichtigungsansprüche

Herausgabe der Arbeitspapiere

 


 

Inhalt der Personalakte

Im allgemeinen sind Personalakten im materiellen Sinne alle Urkunden und Vorgänge, die die persönlichen und betrieblichen Verhältnisse eines Arbeitnehmers betreffen und in einem inneren Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen (z.B. Personalbogen mit der Anschrift/ Kontodaten, Verträge und Vereinbarungen, Gehaltsentwicklung, Sozialleistungen, betrieblicher Werdegang).
Zur Personalakte gehören auch die Unterlagen des Werkschutzes, ärztliche Gutachten, Schlussberichte im Disziplinarverfahren und bei der Bewerbung entstandene Unterlagen (z.B. Krankmeldungen, Zeugnisse, Ergebnisse von Personalgesprächen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Versetzungen, Beurteilungen).

Grundsätzlich steht es dem Arbeitgeber frei, welche Unterlagen in die Personalakten aufgenommen werden. Sie müssen nur mit dem Arbeitsverhältnis im Zusammenhang stehen.

Nach dem Gesetz ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet überhaupt Personalakten zu führen.

[zurück zur Übersicht]


 

Schutz vor Einsichtnahme Dritter

Dritte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Herausgabe der Personalakten.

Der Arbeitgeber hat die Personalakten vor dem Zugriff und der Einsichtnahme Dritter zu bewahren. Dies gilt insbesondere für Angaben zum Gesundheitszustand des Arbeitnehmers.

Verletzt der Arbeitgeber diese Verpflichtung, so liegt ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht vor. Eine solche Rechtsverletzung führt zum Schadensersatz und zur Zahlung eines Schmerzensgeldes.

[zurück zur Übersicht]


 

Einsichtrecht des Arbeitsnehmers

Der Arbeitnehmer kann sein Recht auf Einsicht in die Personalakte jederzeit ausüben.

Einsichtnahme bedeutet, dass der Arbeitnehmer vom Inhalt der gesamten Akten Kenntnis nehmen darf. Sie umfasst auch die Befugnis, Abschriften zu fertigen.

[zurück zur Übersicht]

 


 

Berichtigungsansprüche

Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf Berichtigung oder Entfernung unrichtiger bzw. sonst unzulässiger Personalunterlagen sowie deren Ersetzung durch eine zutreffende Unterlage.

Rat und Hilfe bekommen Sie von Ihrer zuständigen Gewerkschaft. Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft, haben Sie auch Anspruch auf kostenlosen Rechtsschutz. Mitglied werden lohnt sich also!

[zurück zur Übersicht]


 

Herausgabe der Arbeitspapiere

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Arbeitspapiere aus der Personalakte (z.B. Zeugnisse, Sozialversicherungsnachweis, Lohnsteuerkarte) aushändigen. Schuldhaft verspätete Rückgabe oder falsche Ausfüllung der Arbeitspapiere führen zum Schadensersatzanspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber.

Eine Muster-Klage auf Herausgabe von Arbeitspapieren erhalten Sie in der Broschüre "Informationen aus dem Arbeitsrecht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer", die Sie hier bestellen können!

[zurück zur Übersicht]